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Ackerland kaufen

16. Januar 2013 Autor: Helge Siems

In unsicheren Zeiten zieht es Geldanleger zu Sachwerten. Dabei geht es dann nicht vorangig um die Rendite der Anlage sondern auch um die Absicherung des Vermögens. Investiert wird Geld, das außerhalb des Anbaus von Lebensmitteln verdient wird. Deshalb können für Ackerland auch Preise gezahlt werden, die deutlich über dem Ertragswert liegen. Das Phänomen existiert weltweit in unterschiedlichen Dimensionen (globales „Landgrabbing“, ungeklärte Eigentumsverhältnisse und rechtliche Unsicherheit in Entwicklungsländern), ist aber auch in Deutschland alles andere als zu vernachlässigen.

Ackerland kaufen ist für einen sicherheitsorientierten Geldanleger die absolute Basis. Sicherlich gibt es auch beim Acker Unterschiede in Lage und Bodenqualität. Aber das Investitionsrisiko ist nicht so groß wie beispielsweise bei Immobilien. Das ist ein Grund für den seit ein paar Jahren andauernden rapiden Preisanstieg bei Ackerland.

Ein zweiter Aspekt ist, dass in der Landwirtschaft neben Nahrungsmitteln vermehrt sogenannte Energiepflanzen zur Gasproduktion (sogenanntes Biogas) angebaut werden. Durch recht hohe Subventionen in diesem Bereich ist es „Energiebauern“ möglich deutlich höhere Pachten zu zahlen als „Nahrungsmittelbauern“. Zum Teil sind die Pachten für Ackerland in einigen Regionen Deutschlands in den letzten Jahren um den Faktor 5 gestiegen.

Mit dem Anbau von Lebensmitteln lassen sich die teilweise geforderten Pachten zur Zeit nicht erwirtschaften. Unter sonst gleichen Bedingungen wird das nach den Marktgesetzen mittelfristig zu steigenden Erzeugerpreisen für Lebensmittel führen. Für Bauern, die ausschließlich Getreide anbauen und keine externen Einkommensquellen wie beispielsweise Windkraft oder Biogas haben, ist diese Lage aber zur Zeit existenzbedrohend. Das gilt gleichermaßen für die ökologische wie die konventionelle Landwirtschaft.

Ackerland wird einer Studie zufolge vor allem von der 2. oder 3. Erbengeneration ehemaliger Landwirte verkauft. Deshalb wird vermutlich in den nächsten Jahren weiteres Ackerland zum Verkauf angeboten werden. Um den Anbau von Lebensmitteln in Deutschland weiterhin zu sichern, wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. In der Studie wird die Frage gestellt, ob es sinnvolle Alternativen zum zur Zeit üblichen Vorgehen des Vererbens von Ackerland gibt. Die genannte Studie wurde zwar von der International Biodynamic Association (IBDA) beauftragt, die Überlegungen sind aber unabhängig von der Wirtschaftsweise.

Studie Land(frei)kauf, pdf, 2,4 MB, 107 Seiten

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