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Best Ager Bauernhofurlaub

5. Juli 2008 Autor: Helge Siems

Senioren heissen nicht mehr Senioren sondern Best Ager. Darüber wird jetzt nicht diskutiert. Fakt ist: ältere Menschen haben in Westeuropa einen immer grösseren Anteil an der Gesamtbevölkerung, mehr Zeit als der arbeitende Teil, relativ viel Geld und Lust zum Reisen.

Weiter geht es mit der Analyse der Studie Urlaub auf dem Bauernhof.

Trend zu Kurzreisen mit Erlebniswert

Reisen werden kürzer. Die Ansprüche an emotionale Erlebnisse im Urlaub steigen. Dazu gehöre auch die Suche bzw. Sehnsucht nach „unverfälschten, authentischen und echten Erlebnissen mit Sinn und aktiven Erlebnissen“. Diese können von Bauernhöfen leicht angeboten werden.

Der benannte Trend zu Kurzreisen könnte sich mit weiter steigenden Benzinpreisen wieder abmildern.

Update: Der Meinung ist neben mir auch Prof. Martin Lohmann, Tourismusforscher aus Kiel. Er ist laut dpa-Meldung ist er davon überzeugt, „dass sich an der Gesamtreisedauer zumindest kurzfristig wenig ändern wird. Statt dreimal im Jahr für eine Woche wieder nur einmal im Jahr für drei Wochen zu verreisen, sei eine von mehreren Strategien gegen steigende Mobilitätskosten.“

Gesundheitsorientierung

Gesundheitsorientierung mit Neigung zu bewussterem Leben ist gerade für viele Best Ager ein prägendes Element. Diesen Trend können Bauernhöfe mit authentischen Angeboten zu gesunder Ernährung und Bauernhofwellness bedienen. Zu beachten ist dabei aber, dass Konsumenten zunehmend hybrides Verhalten zeigen. Gemeint sind „wechselnde Interessen, Prioritäten und Aktivitäten“ im Konsumverhalten. Diese machen den Gast zunehmend unberechenbar. Laut der Studie soll dem mit einer grossen Vielfalt an Angeboten zur Freizeitgestaltung entgegengekommen werden.

Vielleicht ist es aber auch besser, das Angebot stark einzuschränken und dafür in dem engeren Segment unverwechselbar zu sein. Die Multioptionalität des Verbrauchers muss sich ja nicht innerhalb des Aufenthalts auswirken. Vielleicht ist es gerade gut, hier eine klare Linie zu fahren und dem Gast damit Orientierung zu geben.

Anteil der Best Ager mit viel Zeit und hohem verfügbarem Einkommen

Die bisherige Hautpzielgruppe vieler Urlaubsbauernhöfe „Familien mit Kindern bis 13 Jahren“ nimmt ab, sollte aber auch in Zukunft nicht vernachlässigt werden. Da die verfügbare Zeit während des Erwerbslebens auch in Zukunft abnimmt, könnte eventuell die Zielgruppe „Großeltern mit Enkelkindern“ an Bedeutung zunehmen.

Wettbewerbsdruck im In- und Ausland steigt

Der Wettbewerbsdruck aus dem In- und Ausland steigt. Gerade für Bauernhofurlaube an der Ostsee könnte Polen und das Baltikum ein wichtiger Wettbewerber werden. In der Studie werden Ferienzentren und Campingplätze als wichtigste Konkurrenten benannt. Ich denke, dass deutsche Anbieter von Bauernhof- und Landurlaub mit hochwertigen, authentischen Angeboten und einer klaren Ausrichtung eine gute Zukunft vor sich haben. Die Studie rät auch zu einer Erhöhung des Spezialisierungsgrads. Motto: Lieber weniger machen, das dafür dann aber richtig. Dazu gehört auch die Suche nach geeigneten spezialisierten Kooperationspartner für alles, was man nicht selber erbringen kann oder möchte.

Umweltbewusstsein steigt

Gerade ältere Menschen kaufen laut der Studie gerne „Natur- und Bioprodukte“, auch wenn diese teurer sind. Hier ergeben sich durch regionale Kooperationen Chancen für lukrative Zusatzverdienste. Der unberechenbare Verbraucher zeigt sich hier auch wieder darin: „93% der Befragten gaben an, dass der Klimawandel bzw. der Klimaschutz bei ihren Urlaubsplanungen keine Rolle spielt“.

Qualitätsbewusstsein steigt

„Die Qualität hat für die Mehrzahl der älteren Menschen in den meisten Fällen eine wesentlich größere Bedeutung als der Preis.“ Es wird allerdings in der Studie nicht definiert, was konkret zum Qualitätsempfinden beiträgt. Meine Meinung zur Klassifizierung von Ferienwohnungen.

[…]

Weiter unten auf Seite 46 kommt ein echter Kracher: „[…]Das Prinzip dieser Strategie ist es, möglichst viele Schlüsselwörter, die ein potenzieller Gast in eine Suchmaschine eingibt, wenn er sich über UadB/L informieren will, versteckt auf der Homepage des Betriebes zu platzieren.[…]“ Das ist objektiv betrachtet ausgesprochener Quatsch. Die Empfehlungen für Webmaster von zum Beispiel Google empfehlen eindeutig alles zu unterlassen, was auf eine Manipulation hindeutet. Eine gute Suchmaschinenplatzierung bei den richtigen Suchbegriffen ist aber durchaus möglich und wichtig. Bitte lassen Sie sich von jemandem beraten, der etwas von Internet-Suchmaschinen versteht.

[…]

Insgesamt bringt die Studie des ETI ein paar interessante Aspekte auf den Tisch. Einige Empfehlungen müssen aber deutlich kritisch betrachtet werden.

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