Haus aus Strohballen
15. Dezember 2007 Autor: Helge SiemsAuf jedem Ackerbaubetrieb ist Stroh zur Ernte fast schon im Überfluss vorhanden. Mit Strohballen als Baumaterial lässt sich ein energiesparendes Haus bis zum Passivhaus ohne zusätzliche Heizung bauen. Stroh als Baustoff erfüllt alle Voraussetzungen für nachhaltiges Bauen und ist in der Regel zumindest auf dem Land lokal verfügbar und spart damit zusätzlich Transportkosten. Zum Vergleich: Mineralwolle soll 100 Mal mehr Energie bei der Herstellung benötigen als Stroh. (Quelle).
Strohballen können als Ausfachung bei einem Holzständerwerk eingesetzt oder selbst als tragende Wände verbaut werden. Beim Bau von lasttragenden Strohballenwänden gibt es wohl zur Zeit in Deutschland noch dann und wann Genehmigungsprobleme. Beim Bau solle besonders darauf geachtet werden, dass die Ballen sehr fest gepresst wurden. Die Strohpresse kann entsprechend eingestellt werden. Zum Einsatz können kleine Ballen oder Großballen kommen. Je höher das Haus aus Strohballen werden soll desto breiter muss die Wand sein (Verhältnis < 5:1).
Verputzte Strohballen können übrigens einen Feuerwiderstand von F90 haben. (Quelle) Strohballen als Baustoff gelten als normal entflammbar (Baustoffklasse B2). (Quelle)
Ein Haus aus Strohballen ist nicht unbedingt etwas Neues. Die ersten dokumentierten Häuser aus Strohballen wurden schon Ende des 19. Jahrhunderts in Nebraska gebaut. Es gibt Häuser aus Strohballen, die über 100 Jahre als sind. (Quelle) Auch in Europa außerhalb Deutschlands wird Stroh als Baustoff seit Jahrzehnten eingesetzt. In Deutschland kommt die Entwicklung langsam in Schwung.
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